Verzögerte Honoraranpassung gefährdet die wohnortnahe Arzneimittelversorgung
Versorgungsblackout
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Wirtschaftliche Lage angespannt Angesichts deutlich gestiegener Personal-, Energie-, Sachkosten und der Inflation ist die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken sehr angespannt. Die Zahl der Apothekenschließungen nimmt zu. Auch in Niedersachsen ist diese Entwicklung spürbar. Seit dem Jahr 2009 schlossen in Niedersachsen 474 Apotheken. Das ist ein Rückgang der Apothekenzahl von fast 23 Prozent und der niedrigste Stand seit 45 Jahren. Zum 30. September 2025 gab es in Niedersachsen 1.639 öffentliche Apotheken. Ob in der Stadt oder auf dem Land: Jede Apothekenschließung schwächt die wohnortnahe pharmazeutische Arzneimittelversorgung der Menschen in unserem Land. Besonders in strukturschwachen Regionen kann schon der Wegfall einer einzigen Apotheke die Versorgung erheblich erschweren. Die Apothekerkammer Niedersachsen fordert daher eine verlässliche und nachhaltige wirtschaftliche Stärkung der Apotheken vor Ort. Dazu gehört insbesondere die sofortige Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten Fixumserhöhung und Regelungssystematik für deren Dynamisierung. Cathrin Burs, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen betont: „Die Apothekerschaft ist mit klaren Erwartungen in diese Legislaturperiode gestartet. Die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro wurde als verbindliches politisches Signal verstanden, die Apotheken vor Ort zu stärken. Umso größer ist das Unverständnis, dass dieses zentrale Versprechen bislang nicht umgesetzt wird. Eine wirtschaftliche Stärkung ohne Geld ist kein Reformkonzept, sondern ein verdeckter Sparkurs zulasten der Apothekenteams und letztlich der Patientinnen und Patienten. Unser Ziel ist eindeutig: eine starke, wirtschaftlich gesicherte Apotheke vor Ort, die den Menschen verlässlich zur Seite steht. Politische Wertschätzung allein reicht dafür nicht aus. Die zugesagte Honoraranpassung darf nicht weiter vertagt werden – denn ohne finanzielle Stabilität gehen bei den Apotheken tatsächlich die Lichter aus.“ Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören über 8.200 Mitglieder an. Die Apothekerin und der Apotheker sind fachlich unabhängige Heilberufler:innen. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apotheker:innen die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwerben die Studierenden Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinischer Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhalten die Apotheker:innen eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung können sie eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist:innen für Gesundheit und Prävention beraten die Apotheker:innen die zur Ausübung der Heilkunde berechtigten Personen kompetent und unabhängig über Arzneimittel und apothekenpflichtige Medizinprodukte. Apotheker:innen begleiten Patient:innen fachlich, unterstützen menschlich und helfen so, die Therapie im Alltag umzusetzen.
Pressekontakt der Apothekerkammer Niedersachsen:
Apothekerkammer Niedersachsen |

Hannover, 16.12.2025 – Die wirtschaftliche Situation der Apotheken vor Ort spitzt sich weiter zu. Trotz massiv gestiegener Kosten und zunehmender Apothekenschließungen bleibt die im Koalitionsvertrag zugesagte Honoraranpassung bislang aus. Mit der Aktion „Blackout“ machen die Apotheken vor Ort unübersehbar deutlich, wie ernst ihre Lage ist.