Was Stillende bei verschreibungsfreien Schmerzmitteln beachten müssen

Selbstmedikation mit dem Stillen vereinbar

Hannover, 05.06.2018 – Stillen ist nach wie vor die gesündeste Ernährung, die Mütter ihren Säuglingen bieten können. Die ideale Zusammensetzung der Muttermilch versorgt das Baby rundum mit allen notwendigen Nährstoffen. Doch bei Kopfschmerzen oder einem banalen Infekt sind junge Mütter oft unsicher, ob und wie sich ein verschreibungsfreies Analgetikum auf die Qualität der Milch auswirkt. In aller Regel ist die Selbstmedikation mit Schmerzmitteln kein Grund abzustillen, unterstreicht die Apothekerkammer Niedersachsen. In der Stillzeit sind bei Schmerzen und Fieber die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol besser geeignet als ASS.

Gute Ernährung von Anfang an
Für das Baby ist Stillen gut. Es wird über die Muttermilch mit Nährstoffen und wichtigen Antikörpern gegen Infektionskrankheiten versorgt. Ist der Säugling gesund, müssen in der ersten Zeit weder weitere Flüssigkeit noch Nahrung zugefüttert werden. Dieser Schritt sollte frühestens mit dem vollendeten vierten, spätestens mit dem sechsten Lebensmonat getan werden.

Wirkstoffkonzentration in der Muttermilch gering
Die meisten Medikamente, die Stillende einnehmen, gehen zwar in die Muttermilch über, das Risiko ist für den Säugling im Allgemeinen gering. Denn: Die Konzentration der meisten Arzneistoffe liegen für das Baby weit unter ihrer therapeutischen Dosis. Der Wirkstoff muss zahlreiche Barrieren überwinden, ehe er überhaupt im Organismus des Säuglings wirken kann.

Analgetika bewusst einsetzen
Vor dem Griff zu Tablette & Co. sollte die Mutter zunächst herauszufinden, wo der Schmerz herkommt. Zu wenig Schlaf, Flüssigkeitsmangel, fehlende Bewegung oder Stress sind Schmerzauslöser, denen gut ohne Medikamente entgegenwirkt werden kann. So sollten Stillende täglich ausreichend trinken und sich an der frischen Luft bewegen. Schläft das Baby, sollte sich auch die Mutter eine Auszeit gönnen, um dem Schlafmangel entgegenzuwirken. Auch kleine Massagen der Stirn und der Schläfen mit ätherischem Pfefferminz- oder Lavendelöl lindern den Schmerz. Treten Kopfschmerzen allerdings häufig auf, sollten Stillende ihren Arzt befragen.

Mittel der Wahl
Die Apothekerkammer Niedersachsen rät Müttern, bei Schmerzen ein Medikament mit nur einem Arzneistoff einzunehmen, der in der Stillzeit als unbedenklich eingestuft wird. Kombinationspräparate sind nicht empfehlenswert, denn für den Laien ist meist nicht erkennbar, welche Wirkstoffe stillverträglich sind. Bei den verschreibungsfreien Analgetika sind Ibuprofen und Paracetamol besser geeignet als ASS. Nicht ganz unproblematisch sind pflanzliche Heilmittel oder Teezubereitungen. Der Wirkstoffgehalt des Tees kann beispielsweise durch eine falsche Dosierung oder Zubereitung schwanken. Homöopathische Mittel sind dagegen unbedenklich, ihre Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nicht zweifelsfrei bewiesen.

Beratung in der Apotheke
Wer unsicher ist, sollte sich in der Apotheke vor Ort zur Stillverträglichkeit beraten lassen. Ergänzend zu diesem Gespräch können sich Stillende auf embryotox.de, der Plattform des Pharmakoviglianz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxologie in Berlin, informieren. Dort erfahren stillende Patientinnen gleich, welche Medikamente für sie geeignet sind.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

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