Poster für Patienten

Maskenpflicht

ABDA


Die ABDA aktualisiert die Informationen zur Corona-Pandemie fortlaufend. Bite schauen Sie regelmäßig auf die Website.

Zentrale Beschaffung von Arzneimitteln

Bundesbehördlich abgestimmtes Verfahren für im Auftrag des BMG zentral beschaffte Arzneimittel zur CoVID-19 Therapie (dreiseitig), inklusive Kontaktmöglichkeit mit niedersächsischen sich zu bevorratenden Krankenhausapotheken.


Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Allgemeinverfügung

Die Allgemeinverfügung der BAuA vom 9. April 2020 wurde am 15. April 2020 neu gefasst. Die Streichung von Ethanol 70% für die berufliche Verwendung /stationärer Bereich wurde wieder rückgängig gemacht. Nutzen Sie daher nur die Fassung, bei der auf der 2. Seite oben „Fassung vom 15. April 2020“ steht. Es ist davon auszugehen, dass die Merkblätter der ABDA, die sich noch auf die erste Fassung vom 9. April 2020 (Ethanol 70% nicht für berufliche Verwender) beziehen, zeitnah geändert werden.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu den Allgemeinverfügungen zur Zulassung von Biozidprodukten zur hygienischen Händedesinfektion aufgrund einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit der BAuA vom 4. und 20. März 2020 und vom 9. April 2020

Landesapothekerverband Niedersachsen

Informationen zur temporären Aussetzung von Rabattverträgen finden Sie im internen Bereich der LAV-Website. Bitte loggen Sie sich hierfür mit Ihren LAV-Zugangsdaten ein.

Infektionsprävention

  • Bei Vermutung einer SARS-CoV-2-Infizierung von Patienten, bitte zur Abholung von Arzneimitteln symptomlose Personen in die Apotheke schicken. Musterschreiben

Robert-Koch-Institut

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Niedersächsische Landesschulbehörde

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Corona-Pandemie

Hier finden Sie alle Informationen zu Corona auf einen Blick.

Bitte schauen Sie regelmäßig auf diese Seite. Die Dateien werden laufend ergänzt. Darüber hinaus können sich auch die FAQ entsprechend der aktuellen Sachlage ändern. Rufen Sie bitte auch Fragen auf, die Sie bereits gelesen haben, gegenbenenfalls sind die Antworten aktualisiert.  

Sollten Sie Fragen haben, dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail.

KONTAKT:

FAQ

In der folgenden FAQ-Liste haben wir Ihre Fragen aufgegriffen. Diese Übersicht wird aktualisiert und erweitert.

Antikörper-Tests

Abgabe/Anwendung von COVID-19-Antikörper-Tests in Apotheken

Die Abgabe von COVID-19-Antikörper-Tests in Apotheken an Patienten ist nach Medizinprodukte-Abgabeverordnung nicht gestattet.

In-vitro-Diagnostika zum direkten oder indirekten Nachweis eines Krankheitserregers für die Feststellung einer in § 24 Abs. 1 IfSG genannten Krankheit dürfen nur an den in § 3 Abs. 4 Satz 1 MPAV abschließend genannten Personenkreis abgegeben werden.

Bei COVID-19 handelt es sich um bedrohliche übertragbare Krankheit im Sinne der §§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nummer 5, § 24 Abs. 1 Satz 1 IfSG. Insbesondere eine Abgabe an Laien ist demnach untersagt. Soweit das Robert-Koch-Institut nach § 3 Abs. 5 MPAV von diesem Verbot befristete Ausnahmen zulassen kann, hat es von dieser Möglichkeit bislang keinen Gebrauch gemacht.

Darüber hinaus ist auch die Anwendung von Tests an Patienten in der Apotheke ebenfalls unzulässig. Die Durchführung dieser Tests ist nach § 24 Abs. 1 IfSG ausschließlich Ärzten vorbehalten. Darüber hinaus dürfte die Testung von Patienten als erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde einzustufen sein, da es sich nicht um einfache Gesundheitstest handelt, bei denen den Patienten lediglich ein Messwert mitgeteilt wird.

Die Verletzung des Abgabeverbots nach kann nach MPAV als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 30.000 EUR geahndet werden. Die Verletzung des Arztvorbehalts nach dem Infektionsschutzgesetz wird als Straftat mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldbuße geahndet. Die gleiche Strafandrohung gilt für die Ausübung der Heilkunde als Nichtarzt ohne Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.


 

Masken

Besteht für das Apothekenpersonal trotz Infektionsschutzmaßnahmen in der Apotheke – wie Plexiglas am HV-Tisch – zusätzlich eine Maskenpflicht?

Nein. Die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes besteht laut der Niedersächsischen Änderungsverordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus lediglich für die Kunden einer Verkaufsstelle.

Das heißt, dass Patienten in der Apotheke eine Maske tragen müssen, nicht jedoch das Apothekenpersonal.


Bitte beachten Sie, dass kreisfreie Städte oder Landkreise darüberhinaus gehende Regelungen treffen können, an die sich die Apotheken halten müssen.

Bislang ist uns nur die Allgemeinverfügung (Amtsblatt 30/2020) der kreisfreien Stadt Wolfsburg bekannt, nach der auch das Apothekenpersonal in der Apotheke eine Maske tragen muss.


Unabhängig davon hat Apothekenleitung unter Abwägung zum Schutz der Mitarbeiter und der ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung im Einzelfall eine individuelle Risikobewertung vorzunehmen. Siehe hierzu auch die Empfehlungen der Bundesapothekerkammer zu Arbeitsschutzmaßnahmen bei Tätigkeiten  in der Apotheke während einer COVID-19-Pandemie.
 

Muss bei Verstoß gegen die Maskenpflicht in der Apotheke mit einem Bußgeld gerechnet werden? Wer zahlt die Strafe?

Patienten und Kunden droht ein Bußgeld, wenn sie sich nicht daran halten, einen Mund-Nasen-Schutz in der Apotheke zu tragen. Sanktioniert werden Verstöße gegen die Verordnung allerdings erst ab Montag, den 4. Mai 2020, da bis dahin die Pflicht etabliert und allgemein bekannt sein sollte. Ein Schal oder ein Tuch als Mund-Nasen-Schutz sind übrigens laut der Verordnung bereits ausreichend.

Wiederverwendung medizinischer Atemschutzmasken in Ausnahmefällen

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit haben mit Blick auf den Mangel an Mund-Nase-Schutz-Masken (MNS-Masken) sowie FFP2- und FFP3-Masken ein Verfahren vorgestellt, wie durch Wiederverwendung von Atemschutzmasken unter definierten Bedingungen ein Ressourcen schonender Einsatz gewährleistet werden kann.

Dabei sind drei Kategorien zu unterscheiden, bei denen zusammengefasst wie folgt zu verfahren ist:

  • Mund-Nase-Schutz-Masken (MNS-Masken) können nach geeigneter Wiederaufbereitung bei 65 bis 70°C für 30 Minuten wiederverwendet werden. Dies gilt allerdings nur für MNS-Masken, die entweder das Ziel haben, Dritte, das heißt nicht den Träger, zu schützen bzw. bei Einsatz zum Schutz Dritter im Stationsalltag, in Ambulanzen oder Pflegeeinrichtungen. Bei Operationen oder bei interventionellen Eingriffen ist eine Wiederverwendung grundsätzlich nicht möglich.
  • FFP2- bzw. FFP3-Masken mit CE Kennzeichnung oder Masken, die nach dem Prüfgrundsatz der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) zugelassen sind, können ebenfalls nach Hitzebehandlung, das heißt bei trockener Hitze bei 65 bis 70°C für 30 Minuten wiederverwendet werden. Dies gilt auch für Masken chinesischer Herkunft.
  • FFP2- bzw. FFP3-Masken aus den USA, Kanada, Australien oder Japan sind vor Wiederaufbereitung einem Schnelltest zur Temperaturbeständigkeit zu unterziehen.

Zertifizierte Masken / Behelfsmasken

Bei Atemschutzmasken handelt es sich um eine Medizinprodukt. Ein Hinweis auf Qualität kann eine „CE – Kennzeichnung“ sein, die darauf hinweist, dass dieses Produkte ein sogeanntes Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen hat.

Zurzeit gibt es sehr viele - leider auch unseriöse - Angebote auf dem Markt.
Die Apothekerkammer Niedersachsen kann keine Einschätzung abgeben, ob diese Produkte als Schutz gegen Viren oder auch nur als Eigenschutz geeignet sind oder nicht. Auch zur Echtheit gegebenenfalls mitgelieferter Zertifikate kann keine Aussage getroffen werden.


Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA):


Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Community-Masken – auch DIY-Masken genannt – sind Masken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Sie genügen in der Regel nicht den Anforderungen, die an den medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder an filtrierende Halbmasken gestellt werden.

Träger der Community-Masken können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen. Gleichwohl können die Masken dazu beitragen, dass die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs, z. B. beim Husten, reduziert wird. Sie können auch das Bewusstsein für „social distancing“ sowie den achtsamen Umgang mit sich und anderen sichtbar unterstützen.

Eine klare Übersicht über die drei verschiedenen Arten von Masken – selbst hergestellte, MNS sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) – bietet jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf seiner Webseite. Dort finden sich auch Hinweise für Hersteller beziehungsweise Anbieter sowie Anwender der hier als „Community“-Maske bezeichneten selbst hergestellten Masken.


Die Bundesregierung empfiehlt den Bürgern seit dem 15. April die Nutzung entsprechender Alltagsmasken - insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf im Einzelhandel.

Masken richtig tragen

Klimaanlage

Übertragung von Corona-Viren über Lüftungs-/Klimaanlagen

Nutzung von Klimaanlagen in der Apotheke bei ansteigenden Temperaturen
 
Die Fachverbände für Klimaanlagen FGK, RLT-Herstellerverband und BTGA haben sich mit Nutzung von Klimaanlagen in der Apotheke im Zuge der Corona-Pandemie befasst und Empfehlungen auf Basis des Kenntnisstandes vom 24. März weitergegeben.

Eine Übertragung von Corona-Viren über Lüftungs-/Klimaanlagen könne nahezu ausgeschlossen werden. Die Empfehlung des Robert-Koch-Institutes (RKI) zur Einhaltung eines Abstandes zwischen Personen von ein bis zwei Metern werde als ausreichend angesehen, um eine Infektion zu vermeiden.

Desinfektionsmittel

Meldung von Desinfektionsmitteln an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Die Herstellung jedes Biozids muss grundsätzlich  in der Datenbank des BfR erfasst werden. Bitte nutzen Sie für die Meldung das folgende Formular.

Welches Verfallsdatum muss auf dem Etikett der Produkte, die unter die Allgemeinverfügungen fallen, aufgenommen werden?

Es gibt keine Vorgaben für ein Verfallsdatum der Desinfektionsmittel in den Allgemeinverfügungen. Das Verfallsdatum sollte vom Inverkehrbringer des Produktes auf Grundlage technisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse eigenverantwortlich festgelegt werden.

Die Allgemeinverfügungen der BAuA sehen nur eine befristete Zulassung für die darin festgelegten Mittel vor. Artikel 55 Absatz 1 ermöglicht eine zeitlich befristete Ausnahme von den Regelungen der Artikel 17 und 19 der Biozidverordnung. Das bedeutet, dass nach 180 Tagen diese Ausnahme nicht mehr greift und diese Produkte ohne vorherige Zulassung unter der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 nicht mehr auf dem Markt bereitgestellt und verwendet werden dürfen, wenn sie nicht im Rahmen von nationalen Übergangsvorschriften verkehrsfähig sind.

Verwendung von Wasserstoffperoxid

Die früheren Allgemeinverfügungen machten bei den WHO-Rezepturen keine Anmerkungen bezüglich des Weglassens von Wasserstoffperoxid. In den ergänzenden FAQ der BAuA war jedoch angemerkt, dass auf Wasserstoffperoxid verzichtet werden kann, wenn auf andere Art und Weise sichergestellt wird, dass die hergestellte Formulierung keine bakteriellen Sporen enthält.

Nunmehr enthält die Allgemeinverfügung auf Seite 2/5 die klare Bestimmung, dass die Rezepturen nach 1, 2, 4 und 5 (also die mit Wasserstoffperoxid) nach der Abfüllung 72 h lagern müssen.  Ein Hinweis auf das Weglassen findet sich dort nicht und daher konsequenterweise auch in den FAQ der BAuA nicht mehr. Verfügt die Apotheke also nicht über Wasserstoffperoxid, kann sie folglich die Allgemeinverfügung zu den WHO-Rezepturen nicht nutzen. Es bleiben dann die sog. einfachen Rezepturen. Diese sehen jedoch keinen Glycerol-Zusatz vor. Es ist nicht vorgesehen, die Ausnahmezulassung nach den vorhandenen Ausgangsstoffen zu vermischen.

Analysenzertifikat

Die Allgemeinverfügungen sehen in den Fußnoten vor, dass die Reinheit des Wirkstoffs über entsprechende Analysenzertifikate des Herstellers zu belegen sei. Da Wirkstoffe derzeit auch von Spendern der verarbeitenden Industrie eingesetzt werden, die der Apotheke ggf. keine vergleichbaren Analysenzertifikate mitliefern, kann ersatzweise z.B. auch vom ZL nach entsprechender Prüfung ein solches ausgestellt werden. Die Allgemeinverfügung führt hier eine Bestätigung an, dass z.B. keine CMR-Stoffe oberhalb 0,1 % oder hautsensibilisierende Stoffe enthalten sind. Die in der Apotheke durchgeführte einfache Identitätsprüfung und auch die Arzneibuchprüfungen auf Reinheit decken diese Forderungen nicht ab. Insofern ist die Apotheke tatsächlich auf ein extern erstelltes Zertifikat angewiesen, sofern sie nicht über die o.a. besondere analytische Kompetenz verfügt.

Ausnahmezulassung für Flächendesinfektionsmittel

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat die Ausnahmeregeln zur Herstellung von Desinfektionsmitteln in Apotheken erweitert. Diese umfassen jetzt auch Ethanol-, Chloramin-T- und Natriumhypochlorit-haltige Mittel zur Flächendesinfektion.

Alkoholsteuerrechtliche Rahmenbedingungen bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln in Apotheken

Örtliche Brennereien kontaktieren

Alkohol und alkoholhaltige Erzeugnisse (Alkoholerzeugnisse) unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht nach dem Alkoholsteuergesetz (AlkStG). Nach § 27 Abs. 1 Nr. 1 AlkStG sind Alkoholerzeugnisse von der Steuer befreit, sofern sie gewerblich zur Herstellung von Arzneimitteln durch dazu nach dem Arzneimittelrecht Befugte, also auch durch Apotheken, verwendet werden.

Desinfektionsmittel, die in der Apotheke zur Abgabe an Dritte hergestellt werden, sind allerdings keine Arzneimittel, sondern unterliegen dem Biozidrecht, einem Teilgebiet des Chemikalienrechts. Die Verwendung steuerfreien Alkohols für die Herstellung dieser Desinfektionsmittel ist daher bislang nicht vorgesehen.

Seitens der zuständigen Finanz- und Zollbehörden liegen jetzt hierzu folgende Informationen vor: Die Hauptzollämter wurden angewiesen, dass ab sofort Apotheken, die nach dem Arzneimittelrecht befugt sind, Arzneimittel herzustellen, unvergällten Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln steuerfrei verwenden können.

Mit sofortiger Wirkung gilt für o. g. Apotheken für diese Zwecke die Erlaubnis zur Verwendung von Alkohol nach § 28 i. V. m. § 27 Absatz 1 Nr. 1 des Alkoholsteuergesetzes ohne Erlaubnisverfahren als erteilt. Die Mindestbezugsgrenze von 25 Litern pro Jahr als Erlaubnisvoraussetzung (vgl. § 59 AlkStV) ist dafür nicht relevant.

Der Zeitraum für die Gültigkeit der getroffenen Ausnahmeregelungen wurde verlängert. Vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen der COVID-19-Pandemie gelten sie vorerst bis zum 31. August 2020 weiter.


Die Apothekerkammer empfiehlt, örtliche Brennereien zu kontaktieren, die als Alkohohllieferant für die Herstellung von Desinfektionsmittel als Biozidprodukt in Frage kommen könnten.


Ethanol-Wasser-Gemisch 70 % (V/V)

  • Abgabe an Endverbraucher nur erlaubt, wenn der Hersteller bzw. Lieferant von Ethanol in der Artikel 95-Liste der ECHA gelistet ist (siehe Punkt 1.1.1 und Anlage 1).
  • Abgabe für berufsmäßige Verwendung erlaubt.

Ethanol-Wasser-Gemisch 80 % (V/V)

  • Abgabe an Endverbraucher nur erlaubt, wenn der Hersteller bzw. Lieferant von Ethanol in der Artikel 95-Liste der ECHA gelistet ist (siehe Punkt 1.1.1 und Anlage 1 - folgende ABDA-Datei).
  • Abgabe für berufsmäßige Verwendung nur erlaubt, wenn der Hersteller bzw. Lieferant von Ethanol in der Artikel 95-Liste der ECHA gelistet ist (siehe Punkt 1.3 und Anlage 1 - folgende ABDA-Datei).

Welches von den im ABDA-Merkblatt genannten Mitteln soll ich herstellen?

Nach wie vor besteht die Möglichkeit Desinfektionsmittel mit Ethanol und Isopropanol als Arzneimittel herzustellen, wenn hierfür die Standardzulassungen genutzt werden.

  • 2-Propanol-Wasser-Gemische 60%, 70%, 80% (V/V) oder
  • Ethanol-Wasser-Gemische 70% (V/V) und 80% (V/V).

Voraussetzung für die Nutzung der Standardzulassungen ist jedoch eine Anzeige beim BfArM und das Vorliegen einer Deckungsvorsorgeversicherung nach § 84 AMG. Liegt letztere nicht vor, wäre ein Inverkehrbringen strafbar.

Sind die Voraussetzungen jedoch erfüllt, kann die Apotheke diese Arzneimittel unabhängig von der 100er-Regel nach § 21 Abs. 2 Nr. 1 AMG herstellen, d.h. ohne Mengenbegrenzung.

Angesichts der derzeitigen Lage, hier auch der der fehlenden Ausgangsstoffe, wurde durch Allgemeinverfügung das Inverkehrbringen als Biozid gestattet. Diese betrifft Mittel mit Isopropanol. Die Einzelheiten hierzu entnehmen Sie bitte dem Merkblatt der ABDA. Dort ist bis hin zur Kennzeichnung alles Relevante aufgeführt.

Der Vorteil der Herstellung als BIOZID ist wie eingangs erwähnt die Nutzungsmöglichkeit von Ausgangsstoffen zu technischen Zwecken (ohne Zertifikat und pharmazeutische Prüfung) und der Entfall der Deckungsvorsorgeversicherung.

Die Entscheidung, welche Variante gewählt wird, trifft somit die Apothekenleitung.

Wo kann ich außer beim Großhandel derzeit noch Ausgangsstoffe beziehen?

Für die Herstellung der Desinfektionsmittel als Biozid ist es nicht erforderlich, pharmazeutisch geprüfte Ausgangsstoffe einzusetzen. Daher kann hier auch Ware für technische Zwecke eingesetzt werden, die beim Chemikalienhandel, Baumarkt oder anderen allgemein zugänglichen Quellen, eingekauft werden könnte.

Wann muss ich Desinfektionsmittel zu medizinischen Zwecken herstellen und abgeben und wann Biozide?

Biozide sind Mittel für die Flächen- und Händedesinfektion. Geht die Anwendung darüber hinaus, z.B. zur Haut-Desinfektion bei Punktionen, müssten Arzneimittel eingesetzt werden. Für die derzeit nachgefragten Zwecke dürfte also ein als Biozid hergestelltes und deklariertes Mittel ausreichend sein.

Gibt es mengenmäßige Begrenzung in der Herstellung und Abgabe?

Für Biozide und für Arzneimittel unter Nutzung der Standardzulassung nicht.
Kann wegen fehlender Deckungsvorsorgeversicherung kein Inverkehrbringen unter Nutzung der  Standardzulassung erfolgen, kann die dort genannte Herstellungsvorschrift allenfalls im Rezepturmaßstand genutzt werden, da die 100er-Regel wegen nachweislich häufiger ärztlicher Verordnung nicht erfüllt ist und die Herstellung auf Vorrat ausscheidet.

Sollte/muss man die Desinfektionsmittel für den Kunden bereithalten oder ist ein Zurückhalten für Notfälle/Eigenbedarf möglich?

Ein Kontrahierungszwang besteht nicht. Die Apothekenleitung entscheidet über die Abgabe der hergestellten Bestände. Sie kann und sollte den Eigenbedarf der Apotheke im Auge behalten und die prioritäre Belieferung von Gesundheitseinrichtungen, Pflegeheimen etc. beachten.

Soll in der Offizin für Kunden der Apotheke ein Händedesinfektionsmittel-Spender für den unmittelbaren Kontakt, z.B. Bezahlvorgang bereitgestellt werden?

Solange die Bestände begrenzt sind, sollten diese eher für die Nutzung durch das Apothekenpersonal vorgehalten werden. Die Entscheidung trifft letztlich die Apothekenleitung auf Grund der individuellen Situation vor Ort.

Verkehrsfähigkeit alternativer Desinfektionsmittel - Treox D

Nach Mitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ist das Desinfektionsmittel Treox D als Händedesinfektionsmittel nicht verkehrsfähig.

Aufgrund von Übergangsbestimmungen sind Produkte mit dem Wirkstoff  "Aktivchlor, freigesetzt aus Hypochlorsäure" ohne Zulassung als Händedesinfektionsmittel noch verkehrsfähig. Die Verkehrsfähigkeit dieses Wirkstoffs als Händedesinfektionsmittel wird derzeit im Genehmigungsverfahren für biozide Wirkstoffe bewertet.

Die Produkte der Firma Treox können damit Desinfektionsmittel auf Basis von 1-Propanol, Isopropanol oder Ethanol nicht gleichwertig ersetzen. Auch werden diese Produkte nicht von den Allgemeinverfügungen vom 04.03.2020 und vom 12.03.2020 zur Zulassung von 2-Propanolhaltigen und 1-Propanolhaltigen Biozidprodukten zur hygienischen Händedesinfektion erfasst.

Kontingentierung

Sicherstellung der Arzneimittelversorgung durch Verordnung und Abgabe bedarfsgerechter Mengen

Um eine kontinuierliche, ausreichende und wirtschaftliche Versorgung von Patienten, die zwingend auf Arzneimittel angewiesen sind, sicherzustellen, bittet das BMG Ärzte bei der Verordnung folgendes zu berücksichtigen:

  • Die Verordnung von Arzneimitteln insbesondere bei chronisch kranken Patientinnen und Patienten (z.B. mit einer N3-Packung) sollte wie gewohnt fortgesetzt werden, um Arztbesuche auf das Nötigste zu reduzieren und damit die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu entlasten.
  • • Auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich sind, sollte verzichtet werden. Die Arzneimittel stehen dann den Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die diese dringend benötigen.

Zugleich hat das Bundesgesundheitsministerium sich an die ABDA gewandt und auch um ein angemessenes Abgabeverhalten in den Apotheken gebeten. Im dem Schreiben heißt es:

  • Vergleichbare Anforderungen ergeben sich auch für die Apotheken bei der Abgabe von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und apothekenüblichen Waren. Durch die Abgabe von bedarfsgerechten Mengen kann auch bei diesen Produkten Versorgungsengpässen entgegengewirkt werden. Die Apotheken werden gebeten, dies zu berücksichtigen.

Öffnungszeiten / Öffnung ohne vertretungsberechtigtes Personal

Welche Möglichkeiten gibt es zur Änderung der Öffnungszeiten? Was bedeutet dies für den Notdienst?

Apothekenleiter können ihre Apothekenöffnungszeiten ohne Anzeige an die Apothekerkammer auf die vorgeschriebenen Pflichtöffnungszeiten einkürzen.

Diese sind:

Montag bis Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 15.00 bis 18.00 Uhr
Samstag 9.00 bis 12.00 Uhr
  (Sofern keine Samstagsbefreiung für die Apotheke vorliegt.)

Sollten diese Mindestöffnungszeiten durch das approbierte Personal nicht eingehalten werden können, können wir die Apotheke auf Antrag für einen bestimmten Zeitraum (Stunden oder Tage) von der Verpflichtung zur Dienstbereitschaft befreien, sofern die Arzneimittelversorgung in dem Ort durch die übrigen Apotheken  sichergestellt wird.

Sollte die Apotheke während der notwendigen Schließung zum Notdienst verpflichtet sein, bitten wir Sie, diesen Notdienst mit einem Kollegen des Dienstkreises in Abstimmung mit Ihrem Dienstbereitschaftskreisverantwortlichen zu tauschen. Die Kammer ist über den Notdiensttausch zu informieren, damit stets der korrekte Notdienst für die Bevölkerung in den Suchportalen für Apothekennotdienste  bekanntgegeben ist. Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie Unterstützung brauchen.

Dürfen Apotheken sonntags öffnen? Sind sie durch den aktuellen Erlass zu Sonderöffnungszeiten in der anhaltenden Corona-Krise zur Öffnung verpflichtet?

Apotheken gehören schon nach der geltenden Regelung im § 4 Abs. 1 Nr. 1 Niedersächsisches Gesetz über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten (NLöffVZG) zu den Gewerbebetrieben, die an sieben Tagen der Woche für 24 Stunden öffnen dürfen. Für Apotheken ändert sich durch den aktuellen Erlass der Landesregierung zu den Öffnungszeiten, der den Ausnahmevorbehalt für die Sonntagsöffnung für den Einzelhandel im Lebensmittelbereich u. a. erweitert, nichts. Apotheken sind aber nicht dazu verpflichtet, ihre Apotheken sonntags geöffnet zu halten. Aufgrund des landesweit organisierten Apothekennotdienstes ist die Arzneimittelversorgung rund um die Uhr sichergestellt. Es gibt daher nicht die Notwendigkeit, dass neben der zum Notdienst eingeteilten Apotheke in den Regionen noch zusätzlich Apotheken öffnen.  
 
Sollten Apotheken dies gleichwohl erwägen, weil dies gegebenenfalls in zentralen Lagen geboten ist, könnten Apotheken, die in der Region zum Notdienst eingeteilt sind, vom Notdienst befreit werden. Allerdings nur unter der Prämisse, dass die anderen Apotheken sich verbindlich zur Öffnung bereit erklärt haben. Typischerweise wollen die Apotheken dann aber nicht eine 24 Stunden-Öffnung. Damit bliebe die Notdienstapotheke laut Dienstbereitschaftsplan ferner zum Notdienst – jedenfalls teilweise - verpflichtet. Die Kammer könnte Befreiungen aussprechen, wenn die Inhaber der zum Notdienst verpflichteten Apotheken eine solche beantragen, weil dies gegebenenfalls aus personellen Gründen von Interesse ist.
 
Die Notdienstgebühr von 2,50 € darf nach § 6 Arzneimittelpreisverordnung nur bei Inanspruchnahme der Apotheke in der Zeit von 20 bis 6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen sowie am 24. Dezember, wenn dieser Tag auf einen Werktag fällt, bis 6 Uhr und ab 14 Uhr, erhoben werden.  Das ist typischerweise die Zeit des Notdienstes außerhalb der Öffnungszeiten, für den auch die Notdienstpauschale nach § 20 Abs. 1 Apothekengesetz gezahlt wird.  Apotheken, die von der zuständigen Behörde zur Dienstbereitschaft im Notdienst durchgehend in der Zeit von spätestens 20 Uhr bis mindestens 6 Uhr des Folgetages bestimmt wurden und den Notdienst vollständig erbracht haben, erhalten hierfür einen pauschalen Zuschuss.

Darf die Apotheke im Notfall ohne vertretungsberechtigtes Personal öffnen?

Nein, dies ist ebenso wenig wie eine approbierte Aufsicht per Bildschirm/Telefon apothekenrechtlich möglich.

Infektionsverdacht/ Apothekenschließung/ Quarantäne

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter der Apotheke wegen Ansteckungsverdachts in Quarantäne geschickt wird oder an Covid-19 erkrankt ist? Muss die Apotheke geschlossen werden? Wer ist dafür zuständig? Wer ist zu informieren?

Das jeweilige Gesundheitsamt der Landkreise entscheidet über die erforderlichen Maßnahmen. Wenn eine Apotheke schließen muss, hat der Apothekenleiter die Schließung bei der Apothekerkammer anzuzeigen.

Siehe hierzu auch die Hinweise des Robert-Koch-Institutes "Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel". Die folgenden Hinweise eröffnen Möglichkeiten zur weiteren Anpassung vor Ort. Diese Anpassungen sollten möglichst gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und dem betriebsärztlichen Dienst sowie der Betriebsleitung unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele vorgenommen werden.

 

Dürfen Apothekenmitarbeiter zu Hause bleiben, wenn Kollegen an Covid-19 erkrankt sind?

Laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gibt es kein allgemeines Recht des Arbeitnehmers, bei Ausbruch einer Erkrankungswelle wie Covid-19 der Arbeit fernzubleiben. Für das Eingreifen eines Leistungsverweigerungsrechts wäre es erforderlich, dass ihm die Erbringung seiner Arbeitsleistung unzumutbar ist (§ 275 Abs. 3 BGB). Eine Unzumutbarkeit ist beispielsweise dann gegeben, wenn die Arbeit für den Betroffenen eine erhebliche objektive Gefahr oder zumindest einen ernsthaften objektiv begründeten Verdacht der Gefährdung für Leib oder Gesundheit darstellt. Das bloße Husten von Kollegen ohne weiteren objektiv begründeten Verdacht oder Anhaltspunkte für eine Gefahr wird dafür wohl nicht ausreichen.

 

Beschäftigungs(verbot)

Beschäftigungsbeschränkungen für Schwangere und Stillende

Mit Beschluss vom 19.02.2020 hat der ABAS den SARS-CoV-2 nach § 3 Abs. 1 BioStoffV vorläufig in die Risikogruppe 3 eingestuft, so dass der Apothekenleiter eine Entscheidung über ein Beschäftigungsverbot  u. a. für schwangere und stillende Mitarbeiterinnen in seiner Apotheke treffen muss.

Entsprechend dieser Einstufung hat der Apothekenleiter als Arbeitgeber die Entscheidung über Beschäftigungsverbot für Schwangere und Stillende gemäß § 11 Abs. 2 und § 12 Abs. 2 Mutterschutzgesetz (MuSchG) zu treffen.

Eine Frau, die wegen eines Beschäftigungsverbots außerhalb der Mutterschutzfristen vor oder nach der Entbindung teilweise oder gar nicht beschäftigt werden darf, erhält von ihrem Arbeitgeber Mutterschutzlohn gemäß § 18 MuSchG.

Beschäftigungsbeschränkungen für minderjährige Auszubildende

Mit Beschluss vom 19.02.2020 hat der ABAS den SARS-CoV-2 nach § 3 Abs. 1 BioStoffV vorläufig in die Risikogruppe 3 eingestuft, so dass der Apothekenleiter eine Entscheidung über ein Beschäftigungsverbot u. a. für Jugendliche in seiner Apotheke treffen muss.

Gemäß § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) [14] dürfen Jugendliche nicht mit Arbei-ten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Biostoffen im Sinne der BioStoffV ausgesetzt sind, beschäftigt werden, es sei denn, diese Tätigkeit ist zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich und die nicht gezielte Tätigkeit fällt nach Biostoffverordnung nicht in die Schutz-gruppe 3 oder 4.

Entsprechend dieser Einstufung hat der Apothekenleiter als Arbeitgeber die Entscheidung über Beschäftigungsverbot jugendliche Mitarbeiter zu treffen.

Risikomanagement (Apotheke als Arbeitgeber)

Welche Maßnahmen/ Vorgaben hat der Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitern zu ihrem Schutz zu erfüllen?

Der Apothekenleiter, welcher für den Arbeitsschutz seiner Mitarbeiter verantwortlich ist, hat eine entsprechende Risikoabwägung vorzunehmen. Die Bundesapothekerkammer (BAK) hat selbst und in Zusammenarbeit mit der Bundesgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) entsprechende Handlungshilfen erarbeitet.

Darüber hinaus können  ergänzende Maßnahmen sinnvoll sein. Von Kollegen angefragt und denkbar sind beispielsweise: die Einrichtung separater Bedienplätze für Patienten mit Fieber oder Plexiglas-Abtrennungen auf dem HV-Tisch.

In den Empfehlungen der Bundesapothekerkammer ist auch eine Risikobewertung für die Arzneimittelabgabe im Botendienst enthalten (s. Pkt. 22, Seite 7 und 8 der Empfehlungen).

Risikomanagement (Patienten/Kunden) - Botendienst

Verhalten bei „Verdachtsfall“

Sollte sich ein Patient bei Ihnen melden, der sich selbst als „Verdachtsfall" einschätzt, ist es wichtig, grundlegende Hygieneregeln zu beachten. Dazu gehört erstens, den Patienten weitgehend in eine Position zu bringen, in der er andere nicht gefährdet, das heißt, ihn, wenn vorhanden, mit Mundschutz und gegebenenfalls Handschuhen zu versehen. Vielleicht haben Sie einen separaten Kassenplatz, den Sie für diese Fälle vorrangig nutzen und bei dem Sie sicherstellen können, dass andere Patienten ihm nicht zu nahekommen („erweiterte Diskretionszone").

Zweitens ist es wichtig, die Apothekenmitarbeiter so gut wie möglich vor einer Infektion zu schützen. Sie können die Patienten deshalb auch bitten, über das Mobiltelefon Kontakt zu Ihnen aufzunehmen, auch wenn diese bereits vor der Apotheke stehen. Notieren Sie zu diesem Zweck bitte Ihre Kontaktnummer auf den Aushang, den Sie in der folgenden Datei herunterladen können.

Kontakt zu Betroffenen

Halten Sie möglichst telefonisch Kontakt zu den Patienten. Diese benötigen gegebenenfalls eine Dauermedikation, beispielsweise mit fiebersenkendem Arzneimittel sowie ein Fieberthermometer.

Botendienst

Quarantäne bedeutet, dass man als Betroffener das Haus nicht verlassen darf. Daher ist es nötig, den Patienten zu beliefern. Dies setzt eine konkrete Absprache voraus, am besten mit genauer Uhrzeit. Lassen Sie sich auch eine Telefonnummer geben, damit der Bote gegebenenfalls anrufen kann, wenn er vor dem Haus steht. Besprechen Sie eine kontaktlose Übergabe des Arzneimittels und entsprechend der Bezahlung (möglicherweise auch per Rechung), damit ein Abstand zwischen Apothekenmitarbeiter und Betroffenem von mehr als zwei Metern gewährleistet bleibt. Die Beratung zu den Arzneimitteln kann hier ausnahmsweise telefonisch erfolgen. Vergessen Sie nicht, am Ende des Lieferprozesses die Hände gründlich zu desinfizieren.

Arbeitsrechtliche Fragen
(Überstunden, Entgeltfortzahlung, Fahrt zur Arbeit, Arbeitnehmerüberlassung)

Darf der Apothekenleiter Überstunden anordnen, wenn viele Kollegen erkrankt sind?

Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeitnehmer sind grundsätzlich nur dann zur Leistung von Überstunden verpflichtet, wenn sich dies aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem Arbeitsvertrag ergibt. Es kann jedoch auch eine Nebenpflicht zur Leistung von Überstunden bestehen, wenn durch die geforderten Überstunden ein sonst dem Arbeitgeber drohender Schaden, der auf andere Weise nicht abgewendet werden kann, vermieden wird. Dies könnte auch dann der Fall sein, wenn es beispielsweise aufgrund von Covid-19-Erkrankungen zu erheblichen Personalausfällen kommt.

Was passiert, wenn Mitarbeiter wegen fehlender Kinderbetreuung nicht zur Arbeit kommen können? Muss der Mitarbeiter unbezahlten Urlaub nehmen?

Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Ist bei der Schließung der Kita/Schule unter Berücksichtigung des Alters der Kinder eine Betreuung erforderlich, so müssen die Eltern zunächst alle zumutbaren Anstrengungen zu unternehmen, die Kinderbetreuung anderweitig sicherzustellen (z. B. Betreuung durch anderen Elternteil). Kann die erforderliche Kinderbetreuung auch dann nicht sichergestellt werden, dürfte in der Regel ein Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitnehmers bestehen, da die Leistungserfüllung unzumutbar sein dürfte (§ 275 Abs. 3 BGB).

In diesen Fällen wird der Arbeitnehmer von der Pflicht der Leistungserbringung frei; es ist nicht zwingend erforderlich, Urlaub zu nehmen. Zu beachten ist jedoch, dass bei einem Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitnehmers aus persönlichen Verhinderungsgründen nur unter engen Voraussetzungen ein Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts bestehen kann. Ein solcher Entgeltanspruch kann sich aus § 616 BGB für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit ergeben. Zudem kann der Anspruch aus § 616 BGB durch arbeits- oder tarifvertragliche Vereinbarungen eingeschränkt oder sogar vollständig ausgeschlossen sein. Nimmt der Arbeitnehmer Urlaub, erhält er Urlaubsentgelt. In dieser Situation dürfte es hilfreich sein, zunächst das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.

Hat der Mitarbeiter einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn eine behördliche Infektionsschutzmaßnahme gegen ihn verhängt ist?

Ist der Arbeitnehmer selbst als Betroffener Adressat einer behördlichen Maßnahme, wie z.B. Tätigkeitsverbot oder Quarantäne, kann er einen Entgeltanspruch gegen seinen Arbeitgeber haben. Aus Sicht des BGH kann in einem solchen Fall ein vorübergehender, in der Person des Arbeitnehmers liegender Verhinderungsgrund bestehen, der den Arbeitgeber trotz Wegfalls der Pflicht zur Arbeitsleistung zur Entgeltfortzahlung verpflichtet (§ 616 BGB). Die Dauer der Entgeltfortzahlung hängt von den Umständen des Einzelfalles ab (vgl. BGH, Urteil vom 30. November 1978, III ZR 43/77 – nach dieser Entscheidung für höchstens 6 Wochen).

In Fällen, in denen § 616 BGB durch Einzel- oder Tarifvertrag eingeschränkt oder ausgeschlossen ist oder aus anderen Gründen nicht greift, besteht in vielen Konstellationen ein öffentlich-rechtlicher Entschädigungsanspruch. Personen, die als Ansteckungsverdächtige auf Anordnung des zuständigen Gesundheitsamts isoliert werden und deshalb einen Verdienstausfall erleiden, erhalten eine Entschädigung nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes. Die Entschädigung bemisst sich nach dem Verdienstausfall. Für die ersten sechs Wochen wird sie in Höhe des Verdienstausfalls gewährt. Vom Beginn der siebten Woche an wird sie in Höhe des Krankengeldes gewährt. Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber für die Dauer der Isolierung, längstens für sechs Wochen, eine Entschädigung in Höhe des Nettolohns. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag erstattet. Nach sechs Wochen zahlt der Staat in Höhe des Krankengeldes weiter. Erkrankte fallen nicht unter diese Entschädigungsregelung, weil diese bereits Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Krankengeld erhalten.

Was passiert, wenn man seinen Arbeitsplatz nicht erreichen kann, weil Verkehrsmittel ausfallen?

Kann der Beschäftigte aufgrund von allgemein angeordneten Maßnahmen seinen (unbelasteten) Arbeitsplatz nicht erreichen und somit seine Arbeitsleistung nicht erbringen, hat er grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf Zahlung der vereinbarten Vergütung. Denn der Arbeitnehmer trägt das Risiko, dass er zum Betrieb als seinem Arbeitsort gelangt (sogenanntes Wegerisiko).

Unter welchen Bedingungen kann ich meine Arbeitnehmer an ein anderes Unternehmen zur Arbeitsleistung überlassen?

Wenn Sie keine Arbeitnehmerüberlassung durchführen, aber gelegentlich wegen der aktuellen Corona-Krise eigene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anderen Unternehmen, die einen akuten Arbeitskräftemangel (z. B. in der landwirtschaftlichen Erzeugung und Verarbeitung, in der Lebensmittellogistik oder im Gesundheitswesen) haben, überlassen wollen, können Sie dies ausnahmsweise auch ohne eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) tun. Voraussetzung hierfür ist, dass

  • die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Überlassung zugestimmt haben,
  • Sie nicht beabsichtigen, dauerhaft als Arbeitnehmerüberlasser tätig zu sein und
  • die einzelne Überlassung zeitlich begrenzt auf die aktuelle Krisensituation erfolgt.

Die gesetzliche Regelung hierzu finden Sie in § 1 Absatz 3 Nummer 2a AÜG. Angesichts der besonderen Bedeutung derartiger Einsätze ist es sachgerecht und dem unionsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz entsprechend, wenn die eingesetzten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den Stammbeschäftigten im Einsatzbetrieb gleichgestellt werden.

Grundsätzlich nicht erlaubt ist die Überlassung von Arbeitskräften an Unternehmen des Baugewerbes für Tätigkeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden. Was ein Baubetrieb ist, ergibt sich aus der Baubetriebe-Verordnung.

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