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Braunschweigs neugewählter Bundestagsabgeordneter besucht Apotheke in Niedersachsen

Braunschweiger Politiker will sich verstärkt für die Apotheke vor Ort einsetzen

Hannover, 30.11.2021 – Der Parteivorsitzende der SPD-Braunschweig und Arzt, Dr. Christos Pantazis, besuchte am Freitag, den 26. November 2021, die Broitzemer Apotheke im gleichnamigen Braunschweiger Stadtteil. Pantazis ist seit dem 26. Oktober Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Zuvor war er Mitglied des Niedersächsischen Landtags und ab November 2017 stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion. Bei dem anderthalbstündigen Besuch tauschte Pantazis sich mit der Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Cathrin Burs, aus. Der Politiker lernte die Rezeptur der Apotheke kennen und den Beratungsraum für Patient:innen. In dem Gespräch zeigte sich der Neurochirurg sehr offen bezüglich eines Dialogs mit den Apothekern. Es sei ihm ein großes Anliegen, die Sorgen der Gesundheitsakteure kennenzulernen und als Politiker für die Apotheke vor Ort einzutreten.

Patientencoaching ist wichtig für die Gesundheitskompetenz
„Eine der Hauptaufgaben der Apotheker:innen in der Apotheke vor Ort ist die Beratung der Patient:innen bei der Abgabe rezeptpflichtiger, aber auch rezeptfreier Arzneimittel“, erklärt Cathrin Burs. Die Grundlage dieser Beratung bilden die individuellen Wünsche der Patient:innen, die pharmazeutische Expertise der Apothekenteams und die aktuelle wissenschaftliche Studienlage. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bilden sich die Apothekenteams in den rund 18.8000 öffentlichen Apotheken vor Ort regelmäßig fort. „Apothekerinnen und Apotheker sind auch immer Patientencoaches“, fährt Burs fort, „das Patientencoaching ist für eine erfolgreiche Arzneimitteltherapie sowie für die Entwicklung der Gesundheitskompetenz der Patienten besonders wichtig“. Auch während des demografischen Wandels, der bereits 2035 zu einer wesentlichen Erhöhung des Durchschnittsalters in der Bevölkerung führt, wird die Pharmazie in der Geriatrie eine wichtige Rolle als niedrigschwelliges Beratungsangebot in der Apotheke vor Ort spielen. Die öffentliche Apotheke sei als erste Anlaufstelle für Patient:innen unverzichtbar, erklärte auch Pantazis. Er werde sich in den relevanten Ausschüssen für eine Stärkung der Apotheke vor Ort einsetzen.

Eine gute Therapie entsteht im Dreiklang zwischen Patient, Arzt und Apotheker
„Durch gezielte, systematische Fragen – auch zu weiteren Medikamenten, die die Patient:innen einnehmen — machen wir uns als Apotheker:innen zunächst ein Bild der individuellen Situation des Betroffenen“, erläutert Burs. „Treten Unklarheiten auf, halten wir sofort Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Das kann keine Versandapotheke leisten!“ Die Apotheker:innen vor Ort besprechen bei Bedarf Nebenwirkungen und prüfen die weitere Medikation, ob möglicherweise Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten können, die die Patient:innen einnehmen.

Vor allem bei Verschreibungen mehrerer Fachärzt:innen kommt den Apotheker:innen eine besondere Rolle zu: In der Stammapotheke können Verordnungen hinsichtlich Wechselwirkungen verschiedener Medikamente überprüft werden. Apotheker:innen können so bestimmte Symptome einordnen.

Aus seiner Zeit als praktizierender Arzt erinnert sich Dr. Pantazis sehr gut daran, wie wichtig die Kommunikation mit der Apotheke vor Ort war. Apotheker:innen seien eine wichtige Schnittstelle zwischen den betreuenden Ärzt:innen und Patient:innen.

Systemrelevante Apotheken in der Pandemie
Die Kammerpräsidentin berichtete dem Politiker von den Herausforderungen und den besonderen Leistungen der Apotheker:innen während der Pandemie – angefangen bei der Herstellung von Desinfektionsmittel bis hin zur Durchführung von Schnelltests und der Ausfertigung von Impfzertifikaten. Es sei eine große Herausforderung gewesen, doch die Apotheker:innen hätten es geschafft. „Wir waren immer da; wie ein Anker. Das hat den Menschen in der Pandemie ein Sicherheitsgefühl gegeben.“ Burs erwähnte auch besonders lobend die gute Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Durch die Angliederung der Apothekenaufsicht habe man schnell und unkompliziert gute Regelungen treffen können: so beispielsweise bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln oder bei der Priorisierung des Apothekenpersonals für die Covid-19-Schutzimpfung.

Aktuell gilt noch die auslaufende Ausnahmeregelung der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverodnung. Nach der dürfen Apotheken verschreibungspflichtige Arzneimittel flexibel austauschen, um Lieferschwierigkeiten entgegenzuwirken und eine schnelle Versorgung zu gewährleisten. Das sei eine enorme Arbeitserleichterung gewesen, so Burs. Dr. Pantazis versprach, sich im Gesundheitsausschuss dafür einzusetzen, dass die Regelung fortgeführt werde.

E-Rezept und Digitalisierung
Die Präsidentin berichtete, dass nahezu alle Apotheken – trotz der Leistungen während der Pandemie – an die Telematik-Infrastruktur (TI) angeschlossen und mit den SMC-B-Karten (Security Module Card Typ B) und Heilberufsausweisen ausgestattet seien. Der Berufsstand der Apotheker:innen sehe einen großen Nutzen in der Digitalisierung. Insbesondere in der engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Ärzten würde die elektronische Patientenakte (ePA) oder die Kommunikation im Medizinwesen (KIM) eine enorme Kosten- und Zeitersparnis bringen. „Das ist meine Vision“, sagte Burs. Dr. Pantazis pflichtete ihr auch in diesem Punkt bei: Die Institutionen würden dadurch stärker.

Booster-Impfung
Bei dem Apothekenbesuch des Politikers wurde auch über eine mögliche Covid-19-Schutzimpfung durch Apotheker:innen gesprochen. Burs wies darauf hin, dass die Apotheker:innen ihren Beitrag leisten werden. Der Gesetzgeber müsse dafür aber erst die rechtlichen Grundlagen schaffen. Pantazis sicherte zu, diesen Aspekt mit in die Debatten zu nehmen.

Weitere Gesprächspunkte waren unter anderem die Nachwuchsproblematik und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Apotheken vor Ort. „Sie müssen als Politiker dafür sorgen, dass wir uns finanziell halten können.“

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Die Apothekerin und der Apotheker sind fachlich unabhängige Heilberufler:innen. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apotheker:innen die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwerben die Studierenden Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhalten die Apotheker:innen eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung können sie eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist:innen für Gesundheit und Prävention beraten die Apotheker:innen die zur Ausübung der Heilkunde berechtigten Personen kompetent und unabhängig über Arzneimittel und apothekenpflichtige Medizinprodukte. Apotheker:innen begleiten Patient:innen fachlich, unterstützen menschlich und helfen so, die Therapie im Alltag umzusetzen.

Pressekontakt der Apothekerkammer Niedersachsen:
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Andrea Zaszczynski
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