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Schmerzhaft, aber meist unbedenklich

Wadenkrämpfe: Was Betroffene wissen sollten

Hannover, 08.04.2021 – Mit unangenehmen Wadenkrämpfen haben die meisten Menschen schon unliebsame Bekanntschaft gemacht. Ob durch sportliche Überlastung, schnelle Temperaturwechsel oder einen unausgewogenen Mineralstoffhaushalt ausgelöst: Bei einem Wadenkrampf ziehen sich die Muskelstränge schmerzhaft und krampfartig zusammen und verhärten. Der Krampf kann wenige Sekunden, aber auch mehrere Minuten dauern.

Mittel der ersten Wahl bei Wadenkrämpfen ist Magnesium, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen. Betroffene sollten sich in der Apotheke vor Ort zum richtigen Präparat in der passenden Dosierung beraten lassen. Die Apotheker zeigen Wadenkrampf-Geplagten den Nutzen, aber auch die Grenzen der Selbstmedikation auf. So sollten Betroffene hellhörig werden, wenn die Wade ständig krampft – das kann ein Warnsignal für eine ernsthafte Erkrankung sein.

Wadenkrämpfe: vielfältige Ursachen
Auch wenn nicht ganz genau erwiesen ist, warum Wadenkrämpfe auftreten: Ein Magnesiummangel gilt als häufigste Ursache. Oft sind ältere Menschen betroffen, die Arzneimittel, die den Mineralstoffhaushalt beeinflussen, einnehmen. Doch auch Jüngere, die einen erhöhten Magnesiumbedarf haben, kennen Wadenkrämpfe aus eigener schmerzhafter Erfahrung. Dazu zählen zum Beispiel Schwangere, Menschen mit erhöhtem Stresspegel, Sportler, körperlich Arbeitende und alle, die sich einseitig ernähren. Doch auch Alkoholkranke oder Diabetiker zählen zum Kreis derjenigen, die vermehrt mit den unangenehmen Krämpfen in der Wade zu tun haben.

Gute Beratung in der Apotheke nutzen
Magnesium bleibt das Mittel der ersten Wahl, wenn es um Wadenkrämpfe geht. Betroffene können gut darauf zurückgreifen, denn das Nebenwirkungsprofil ist unbedenklich. Eine Beratung ist dennoch sinnvoll: Überdosiert kann Magnesium zum Beispiel Durchfall auslösen, unterdosiert hilft das Mineral nicht. Außerdem gibt es auch unterschiedliche Magnesiumsalze und Darreichungsformen. Im Beratungsgespräch erfragt der Arzneimittelexperte die individuellen Lebensumstände des Patienten und überprüft bereits eingenommene Medikamente, die Einfluss auf den Mineralstoffhaushalt haben. Dazu zählen unter anderem bestimmte Blutdruckmittel, Asthmasprays oder Entwässerungsmittel. Treten die Krämpfe infolge chronisch venöser Insuffizienz auf, kann die innerliche Anwendung eines Extraktes aus rotem Weinlaub oder eines Rosskastaniensamenextraktes helfen. Auch Kompressionsstrümpfe können in diesen Fällen bei Wadenkrämpfen zum Einsatz kommen. Bei stärkeren Beschwerden kann auch über den Arzt ein verschreibungspflichtiges Medikament verordnet werden, dessen Nutzen-Risiko aber im Einzelfall ärztlich abgewogen werden muss.

Wechselwirkungen vermeiden
Bei der neuen Einnahme von Magnesiumpräparaten sollte in der Apotheke besprochen werden, ob es zu Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Arzneimitteln kommen kann. So wird beispielsweise durch Magnesiumsalze die Resorption und damit die Wirksamkeit von Schilddrüsenhormonen gehemmt. Das gilt auch für bestimmte Antibiotika wie Doxycyclin und Ciprofloxacin. Je nach Zusammensetzung des Magnesiumsalzes kann auch die Aufnahme von Eisen beeinträchtigt werden. Im Beratungsgespräch kann der Apotheker festlegen, in welchem zeitlichen Abstand das Magnesium zu bestimmten Präparaten eingenommen werden sollte, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Hilfe zur schnellen Selbsthilfe
Wird man nachts unsanft aus dem Schlaf gerissen oder tagsüber plötzlich von einem Wadenkrampf schmerzhaft überrascht, schafft das Gegendehnen der betroffenen Wade sofortige Erleichterung. Dazu werden die Zehen mit Hilfe der Hände, eines Tuches oder eines Gürtels Richtung Körper gezogen. Auch das Umhergehen, eine leichte Massage, warmes Abduschen oder das Auflegen feucht-warmer Tücher wirken lindernd.

Sportlich ins Frühjahr
Wer in der wärmeren Jahreszeit sportlich draußen durchstarten möchte, sollte es maßvoll angehen. Übertriebener Ehrgeiz und eine plötzliche Überlastung können schmerzhafte Wadenkrämpfe auslösen. Bevor Sport getrieben wird, sollte die Muskulatur außerdem immer aufgewärmt und nachher gedehnt werden. Doch auch unterforderte Muskeln und daraus resultierende Muskelverkürzungen können zu nächtlichen Wadenkrämpfen führen, daher ist Bewegung – ob moderat oder sportlich – immer empfehlenswert. Ob Sportler oder nicht: Grundsätzlich sollte man immer auf eine ausreichende Trinkmenge – Saftschorlen im Verhältnis Eins zu Zwei und natriumarmes Mineralwasser – achten und Alkohol nur in Maßen genießen. Nicht-Sportler sollten Salz reduziert einsetzen.

Ernsthafte Erkrankungen selten die Ursache
Nur in wenigen Fällen weisen Wadenkrämpfe auf eine Erkrankung hin, doch ein andauernder Krampf sollte als Warnsignal verstanden und ein Arzt aufgesucht werden. Mögliche Auslöser können nämlich auch Wechsel- und Nebenwirkungen von Medikamenten, eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetes, eine zentrale Störung der Motorik oder Durchblutungsstörungen sein. Beim Arzt wird der Ursache durch Blutuntersuchungen und eine neurologische Diagnostik auf den Grund gegangen.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Pressekontakt der Apothekerkammer Niedersachsen:
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