Herbst ist Hochzeit

Allergiepotenzial Haushalt: Hausstaubmilben

Hannover, 29.09.2020 – Hausstaubmilben kommen in jedem Haushalt vor. Die kleinen Spinnentiere lieben es feucht-warm und tummeln sich mit Vorliebe in Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen. Beginnt mit den herbstlichen Temperaturen die Heizperiode, explodiert die Milbenpopulation geradezu. Zwar werden die Plagegeister dann durch die Heizungsluft abgetötet, doch setzen sich Allergene aus den toten Milben frei. Zusätzlich sammeln sich über den Sommer große Kotmengen der Milben an – auf dieses Gemisch reagieren viele Menschen empfindlich. Juckende und geschwollene Augen, eine laufende Nase oder Hautrötungen nach dem Aufwachen können ein erster Hinweis auf eine Hausstaubmilbenallergie sein. Den Symptomen kann man mit antiallergischen Tabletten, Augen- und Nasentropfen aus der Apotheke entgegenwirken. Die Apothekerkammer Niedersachsen rät Betroffenen außerdem, sich sicherheitshalber beim Allergologen testen zu lassen, damit aus einer unbehandelten Allergie kein sogenannter Etagenwechsel entsteht.

Allergietest gibt Sicherheit
Entwickelt sich aus einer Hausstaub- und Milbenallergie ein allergisches Asthma, ist von einem Etagenwechsel die Rede. Scheinbar tapferes Aushalten der allergischen Reaktionen schadet nur. Wer den Verdacht hat, allergisch auf die Hausstaubmilben zu reagieren, sollte den Allergologen oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt zurate ziehen. Er kann mit einem so genannten Prick-Test eine Milben- und Hausstauballergie nachweisen. Dazu werden die Allergene auf die Haut aufgebracht und diese dann mit einer Lanzette angeritzt. Reagiert die Haut mit Reizungen, ist das ein Hinweis auf eine Allergie. Mit einem Bluttest lassen sich die entsprechenden Antikörper nachweisen. Auch der Staub kann auf Milbenkot getestet werden. Wird eine Milben- und Hausstauballergie diagnostiziert, kann der Arzt eine Hyposensibilisierung vorschlagen. Dazu werden steigende Mengen des Allergens unter die Haut injiziert, damit sich das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnen kann, ohne eine allergische Reaktion zu zeigen.

Fünf Tipps gegen die ungebetenen Hausgäste
Auch wenn sich das Vorurteil hartnäckig hält: Hausstaubmilben sind kein Zeichen mangelnder Hygiene. Im Alltag kann man gegen die unliebsamen Tierchen vorgehen:

  1. Durchlüften. Auch in der kalten Jahreszeit sollte regelmäßig stoßartig gelüftet werden, auch wenn die Plagegeister dadurch nicht bekämpft, ihre Vermehrung jedoch ausgebremst werden kann. Auch besonders gut gedämmte Wände, durch die die Luftfeuchtigkeit ansteigt, unterstützen die Milbenpopulation ungewollt.
  2. Saugen und feucht Staub wischen. Um das Allergiepotenzial im Haushalt zu senken, sollte die Wohnung regelmäßig gereinigt werden – das gilt auch unter dem Bett und für schwer zugängliche Stellen. Vorsicht: Wird die Luft des Staubsaugers unzureichend gefiltert, wird der Kontakt mit Allergenen verstärkt.
  3. Matratzen pflegen. Um die Spinnentierchen abzutöten, sollten die Matratzen regelmäßig gereinigt werden.
  4. Nicht überheizen. Niedrige Raumtemperaturen und eine geringe Luftfeuchtigkeit können helfen, den Milben den Garaus zu machen. Übrigens: Auch im Winter sollte die Schlafzimmertemperatur unter 20 Grad liegen.
  5. Ausstattung für Allergiker. Zusätzlich können spezielle Bettwäsche, Matratzenbezüge und Luftreiniger mit HEPA-Filter (Schwebstofffilter) helfen, den Milbenkot zu binden. Polstermöbel sollten regelmäßig abgesaugt werden – und: Je weniger Polstermöbel, desto besser - sie sind echte „Staubfänger“.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

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