Auf gesunde und gepflegte Füßen achten

Hornhaut und Fußpilz selbst in den Griff bekommen

Hannover, 28.04.2020 – Das schöne Wetter lockt die meisten Menschen für einen Spaziergang in der Umgebung nach draußen und auch die Füße möchten endlich wieder an die frische Luft. Nach der Warme-Socken-Zeit möchten Viele ihre Füße zunächst frühlingstauglich machen, doch ein Fußpflegetermin ist zurzeit noch nicht in Sicht: Kosmetikstudios und Fußpflegepraxen dürfen bis auf Weiteres nicht öffnen. Damit die Füße dennoch schön, gesund und gepflegt aussehen, kann man einiges selbst tun. Wie lästige und unansehnliche Verhornungen sanft entfernt werden, ohne dass es zu Entzündungen kommt und wie man Fuß- und Nagelpilz selbst erkennen, behandeln und vorbeugen kann, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Barfußlaufen, Massagen und passende Schuhe halten die Füße gesund
Häufiges Barfußlaufen tut den Füßen gut. Auch Fußreflexzonenmassagen mit Igelbällen oder Massagerollen dienen der Fußgesundheit. Richtiges Schuhwerk bietet den Zehen genug Platz zu den Seiten und nach oben, ist im Hackenbereich geschmeidig und hat ein dem persönlichen Fuß angepasstes Fußbett. Haben die Zehen zu wenig Platz, treten Schädigungen wie Druckstellen, Hühneraugen und noch schlimmer Fehlstellungen wie Hammerzeh, Krallenzehen bis hin zum Hallux valgus (schiefe Großzehe) auf. Unangenehme Blasen bilden sich schnell bei Schuhen, die zu fest sind oder eng an den Hacken sitzen. Wer seine Füße trainieren möchte, sollte häufig unterschiedliche Schuhe anziehen und Zuhause oft barfuß laufen. Das Wechseln der Schuhe sowie das Tragen von Strümpfen aus Naturmaterialien wie Wolle oder Baumwolle sorgen zudem für ein gesundes Fußklima.

Unangenehme Hornhaut sanft entfernen
Fällt bei der gründlichen Inspektion der Füße auf, dass sich an Hacken oder Zehen vermehrt unschöne Hornhaut gebildet hat, können erste kosmetische Maßnahmen wie Fußbäder mit speziellen Fußbadesalzen helfen. Salicylsäurehaltige Cremes und Lösungen können Abhilfe schaffen und in Kombination mit Bimsstein oder Hornhautfeilen aus Glas oder Keramik überschüssige Hornhaut beseitigen.Diese dürfen allerdings nur bei unversehrter Haut angewendet werden. Zu radikales Vorgehen bei der Hornhautentfernung kann sogar zu Entzündungen führen. Schrundensalben oder Wund- und Heilsalben lindern rissige Haut an den Hacken. Die natürliche Feuchtigkeitsbalance gesunder Füße erhalten pflegende harnstoffhaltige Cremes (mit Urea).

Lästigem Fußpilz vorbeugen
Ursache des Fußpilzes sind häufig Dermatophyten (Fadenpilze), die sich durch Keratin, also die Hornsubstanz in Haut, Haaren und Nägeln ernähren. Eine Übertragung findet häufig über eine Kontaktinfektion statt, beispielsweise über Fußmatten oder Holzroste in Bädern, da Pilze ein feucht-warmes Klima bevorzugen. Seltener sind Hefe- oder Schimmelpilze die Verursacher. Um Fußpilz vorzubeugen, sollte man die Füße nach einem Fußbad oder dem Duschen gut abtrocknen oder am besten trockenföhnen.

Fußpilz hat viele Symptome
Liegt ein Fußpilzbefall vor, sind meistens Zehen, Fußrand oder die Fußunterseite betroffen. Bei Fußpilz wird zwischen drei Hauptformen unterschieden. Interdigitale Form: Der Fußpilz zeigt sich durch juckende, getrübte, unter Schuppenkrustenbildung abheilende Bläschen, vor allem im Fußgewölbe. Die Haut ist trocken und schuppig oder aufgeweicht und grau-weißlich gequollen. In den Zehenzwischenräumen kommt es zu Erosionen und Hauteinrissen. Squamös-hyperkeratotische Form: Der Betroffene klagt über trockene schuppende, weiße oder leicht gerötete, meist nicht randbetonte Flecken an der Fußsohle in Form eines Mokassins. Vesikulös-dyshidrotische Form: Der Pilz tritt auch in Form von Bläschen an den Fußrändern, Zehenspitzen und Fersen mit gut abgegrenzten, herdförmigen schuppenden Verhornungen und manchmal mit Hautrissen auf. Die Bläschen platzen wegen der dicken Hornhaut nicht auf, sondern härten ein. Auch minimale Rötungen in den Zehenzwischenräumen sowie Verhornungen mit feiner Schuppung an Fersen und Fußkanten können von einem Pilz hervorgerufen worden sein. Dieser Pilztyp tritt häufig in Begleitung von Nagelpilz auf.

Erste Hilfe bei Fußpilz aus der Apotheke
Als erste Maßnahme gegen Fußpilz sind Cremes mit Wirkstoffen wie Bifonazol, Clotrimazol, Ketoconazol, Nystatin oder Terbinafin geeignet. Diese werden zum Teil mehrmals täglich oder über mehrere Tage oder Wochen aufgetragen. Bei der Behandlung sollten immer alle Zehenzwischenräume an beiden Füßen behandelt werden.  Einige Präparate werden über vier Wochen angewandt, einige nur wenige Tage oder nur einen Tag. Die Anwendung sollte über das erkennbare Abheilen hinaus beibehalten werden. Liegt ein Fußpilzbefall vor, sollte man auf peinliche Hygiene achten. Während der Behandlung sollten die eigenen Handtücher und Socken – hier empfiehlt sich Baumwolle – nach einmaliger Verwendung bei mindestens 60° gewaschen werden. Die Schuhe sollte man mit Desinfektionsspray aussprühen und mindestens einen Tag lang trocknen lassen. Teppichböden, Badematten, Fußbodenbelege sollten besonders im Badezimmer gründlich gereinigt werden. Das Einreiben der Füße mit Lavendelöl, Teebaumöl, Eukalyptusöl oder Fußbäder können die Behandlung unterstützen.

Nagelpilz ist oft hartnäckig
Nagelpilz ist erkennbar an einer Verfärbung der Nägel, oft am Rand des Nagels, und an einer strukturellen Veränderung des Nagelmaterials, der Nagel ist poröser. Oft geht er gemeinsam mit Fußpilz einher. Bewegungsarmut, allgemeine schlechte Durchblutung, die Kombination von starkem Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck sowie eine geschwächte Immunabwehr können den Pilzbefall fördern. Befallene Nägel werden lokal mit Lacken aus der Apotheke, die antimykotische Wirkstoffe wie Bifonazol, Ciclopirox oder Amorolfin enthalten, behandelt. Diese werden über einen längeren Zeitraum täglich oder ein bis zweimal in der Woche aufgetragen. Die mechanische Nagelbehandlung von totem, befallenen Nagelmateriale gehört in jedem Fall in die Hände von Fachleuten. Betroffene beraten sich dazu am besten mit ihrem Hausarzt.  Besonders Diabetiker sollten auf ihre Füße achten.

Bei Patienten mit Diabetes mellitus ist die Blutmikrozirkulation in den Füßen gestört. Das Schmerzempfinden ist eingeschränkt und Diabetiker laufen deshalb Gefahr, Verletzungen an den Füßen zu übersehen. Sie sollten deshalb regelmäßig die Füße nach kleinen Wunden absuchen, denn diese sind die idealen Angriffspunkte für Pilzsporen. Auch bei Gicht, Übergewicht und künstlichen Gelenken sollten die Füße sorgfältig gepflegt werden. Umfangreiche und kompetente Beratung rund um das Thema „Gesunde Füße“ erhalten Betroffene in der Apotheke ebenso wie Pflegeprodukte für die Füße.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Pressekontakt der Apothekerkammer Niedersachsen:
AzetPR
Susanne Pfeiffer
Wrangelstraße 111
20253 Hamburg
Telefon 040 / 41 32 70 31
pfeiffer@azetpr.com

Apothekerkammer Niedersachsen
Panagiota Fyssa
An der Markuskirche 4
30163 Hannover
Telefon: 0511 39099-0
presse@apothekerkammer-nds.de

Bildnachweis: Adobe Stock/ © kei907