In der Regel gilt: gesund leben

So bekommen junge Frauen ihre Monatsbeschwerden in den Griff

Hannover, 27.02.2020 – Krämpfe im Unterleib, begleitet von leichtem Schwindel: Nicht selten als Zipperlein abgetan, stellen Menstruationsbeschwerden für bemerkenswert viele Frauen eine erhebliche Beeinträchtigung dar. Besonders häufig treten sie bei Mädchen oder jungen Frauen bis Mitte 20 auf. Bei manchen sind Schmerzen und Unwohlsein so stark, dass sie regelmäßig die Schule ausfallen lassen oder sich arbeitsunfähig melden müssen. Die Apothekerkammer Niedersachsen gibt Tipps, wie Frauen präventiv oder im Akutfall handeln können. Dabei zeigt sich: Gesund zu leben kann schon viel bewirken.

Junge Frauen am häufigsten von primären Regelschmerzen betroffen
Laut Studien leiden bis zu 90 Prozent der weiblichen Bevölkerung am Anfang der Menstruation immer wieder unter mehr oder weniger belastenden Beschwerden. Drei Viertel von ihnen sind Mädchen und junge Frauen bis 25 Jahre. Dabei handelt es sich zumeist um eine primäre Dysmenorrhö, die oft keine fassbare, krankhaft-organische Ursache hat. Gerade wegen ihrer Häufigkeit wird der Leidensdruck von Außenstehenden oft bagatellisiert. Doch gehen die Beschwerden mit teils lähmenden Krämpfen im Unterbauch einher, die bis in die Beine oder den unteren Rücken ausstrahlen können. Begleitend können Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheitsgefühl, Schweißausbrüche oder Magen-Darm-Probleme auftreten. Am stärksten sind die Symptome am ersten Tag der Periode, dann werden sie allmählich schwächer, können jedoch bis zu 72 Stunden anhalten.

Mit Bewegung gegen den Schmerz
Regelschmerzen sind belastender als manche annehmen. Jedoch sollte heutzutage kaum eine betroffene Frau den Beschwerden hilflos ausgeliefert sein. Um die Anfangszeit ihrer „Tage“ erträglicher zu gestalten, können Frauen einiges tun. Präventiv empfiehlt sich zunächst ein bewusst gesunder Lebensstil und entsprechend nicht zu rauchen, Alkohol nur mäßig zu konsumieren sowie auf ein normales Gewicht zu achten. Wer regelmäßig aktiv ist, etwa walkt oder Fahrrad fährt, tut sich und dem Körper mehrfach gut: Dank sportlicher Betätigung wird das Becken gründlich durchblutet, Verkrampfungen des Uterus lösen sich. Daneben helfen Joggen, Pilates und andere Aktivitäten dabei, Endorphine auszuschütten, was wiederum entspannt. Außerdem: Freude lenkt ab. All dies kann letztendlich schmerzlindernd und sogar vorbeugend sein.

Auch Stress ist ein beachtlicher Faktor
Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training helfen nicht nur dabei, zu entkrampfen, sondern können dafür sorgen, dass man stressresistenter wird. Auch das kann sich wohltuend auf Regelbeschwerden auswirken. Viele Frauen sprechen zudem positiv auf Wärmeanwendungen an, denn diese fördern, ähnlich wie Bewegung, die Durchblutung. Welche Art der Wärme einer Frau am ehesten bekommt, ist ganz individuell: Von der Wärmflasche auf dem Unterbauch über den Gang in die Sauna bis zu einem warmen Sitzbad mit krampflösendem Aufguss sind die entspannenden Möglichkeiten vielfältig. In der Apotheke vor Ort erhalten betroffene Frauen diskrete Hilfestellung.

Schmerzstiller mit Bedacht einnehmen
Sind die Krämpfe während der Menstruation stark, greifen Betroffene häufig zu Schmerzmitteln. Dabei sollten sie nicht wahllos in die Hausapotheke greifen, sondern überlegt vorgehen: Wer jeden Monat unter erheblichen Beschwerden leidet, kann eine erste Dosis nehmen, bevor die Blutung einsetzt. Ansonsten empfiehlt sich die Einnahme direkt bei Beginn des Leidens. Die tägliche Maximaldosis der Arzneimittel darf nie überschritten werden. Genaue Auskunft gibt hier der Apotheker.

Mittel der Wahl bei Regelschmerzen sind Analgetika wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Sie hemmen die Prostaglandin-Synthese: Am Zyklusende werden vermehrt Schmerzbotenstoffe wie Prostaglandine gebildet, mit denen die Schleimhaut leichter abgetragen wird. Dies führt aber auch dazu, dass sich die Muskulatur der Gebärmutter stärker zusammenzieht und verkrampft. Zudem erreichen die Botenstoffe weitere Organe und Gewebe. Folglich tendieren Frauen zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und sensiblerem umfassenden Schmerzempfinden.

Self-Care: gesunde Fette und Tees
Der Linderung zuträglich ist Magnesium, wenn es regelmäßig prophylaktisch eingenommen wird. Ähnlich verhält es sich, wenn ausreichend Omega-3-Fettsäuren auf dem Speiseplan stehen. Tees oder Tinkturen zum Einnehmen mit Heilpflanzenextrakten sind ebenfalls Helfer. Hierbei können Frauen auf Traubensilberkerzenwurzelstock, Mönchspfeffer und andere krampflösend wirkende Pflanzen wie Kamillenblüten, Melisseblättern sowie Gänsefinger- oder Schafgarbenkraut setzen.

Zyklusbeschwerden der anderen Art
Abzugrenzen ist die primäre Dysmenorrhö vom prämenstruellen Syndrom (PMS), das in der zweiten Hälfte des Zyklus auftritt, und von der sekundären Dysmenorrhö. Ebenfalls von Unterleibsschmerzen gekennzeichnet, tritt diese vornehmlich bei Frauen im Alter von 30 bis 40 Jahren auf und hat, anders als die primäre, klare organische Ursachen. Zugrunde liegen kann den Symptomen neben Entzündungen, Myomen, Zysten oder Endometriose auch, dass der Körper ein mechanisches Verhütungsmittel wie eine Spirale oder ein Diaphragma abstößt. Die Apotheker vor Ort raten: Wenn Frauen unsicher sind und die Regel auffallend anders als gewohnt verläuft, sollten sie sich in jedem Fall ärztlich untersuchen lassen.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

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