„Tag der Apotheke“ am 7. Juni 2019

Eltern geben Apotheken Bestnoten

Hannover, 6. Juni 2019 – Eltern sind mit ihrer Apotheke vor Ort sehr zufrieden – sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen. 49 Prozent der Eltern geben ihrer Apotheke die Schulnote ‚sehr gut‘, weitere 42 Prozent ein ‚gut‘. Im Schnitt erreichen die Apotheken damit die Schulnote 1,6. „Wir freuen uns über diese Anerkennung“, sagen Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, und Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen.

Die deutschen Apotheken wurden von Eltern im Jahr 2019 mit der Schulnote 1,6 leicht besser bewertet als noch 2009 (Schulnote 1,8); die allgemeine Gesundheitsversorgung für Kinder erreichte 2019 die Schulnote 1,9. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Forsa-Umfrage unter 1.000 Eltern im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. anlässlich des ‚Tags der Apotheke‘ am 7. Juni. In Niedersachsen leben rund 1,4 Millionen Kinder (Alter 0 bis 18). Mit 17,8 Prozent hat Niedersachsen im Vergleich der Bundesländer den zweitgrößten Kinderanteil. Einzig in Baden-Württemberg ist der Anteil mit 18 Prozent noch höher. Das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit 15,3 Prozent.

Der bundesweite Aktionstag steht unter dem Motto „Richtige Medikation für Kinder“. 60 Prozent der Eltern gaben an, ihrem Kind in den letzten vier Wochen Arzneimittel gegeben zu haben. Magdalene Linz: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Deshalb sollten Eltern für die richtige und altersgerechte Medikation bei der Auswahl des Arzneistoffs und der Darreichungsform den Expertenrat des Apothekers nutzen.“ Laut einer Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e.V. (DAPI) verordneten Ärzte in Niedersachsen für Kinder im Alter bis zwölf Jahren im Jahr 2018 rund 4,4 Millionen Packungen (bundesweit: 48 Millionen Packungen) Fertigarzneimittel zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung. Für Jugendliche wurden in Niedersachsen zusätzlich 1,2 Millionen Packungen (bundesweit: 11 Millionen Packungen) verordnet. Zum Vergleich: Erwachsene in Niedersachsen erhielten rund 55 Millionen Packungen (bundesweit: 574 Mio. Packungen). Nicht erfasst wurden dabei die Arzneimittel, die Eltern auf Privatrezept oder ohne ärztliche Verordnung angewandt haben. Die am häufigsten verordneten Darreichungsformen für Kinder bis sechs Jahren waren Säfte, Zäpfchen, Sirupe und Nasentropfen.

Kinder brauchen häufig Rezepturarzneimittel, da es nicht immer passende industriell hergestellte Medikamente gibt. Für 31 Prozent der Kinder wurde bundesweit im Jahr 2018 in einer Apotheke Rezepturarzneimittel hergestellt. Spitzenreiter waren dabei halbfeste Arzneimittel wie Cremes oder Salben. Laut DAPI-Auswertungen wurden 2018 für Kinder bis zwölf Jahren in Niedersachsen rund 113.000 Rezepturarzneimittel zu Lasten der GKV hergestellt (bundesweit: knapp eine Million Rezepturarzneimittel).

Eltern besuchten Apotheken noch häufiger als Arztpraxen: In der Umfrage wurde gefragt, wie oft Eltern bundesweit in den letzten zwölf Monaten – abgesehen von Notdiensten – wegen des Kindes in einer Arztpraxis oder Apotheke waren. Mindestens einmal hatten 78 Prozent der Eltern eine Apotheke aufgesucht, bei Kindern bis drei Jahren sogar 90 Prozent. Zum Vergleich: Mindestens einen Arztbesuch benannten 72 Prozent der Eltern; bei Kindern bis drei Jahren waren es 85 Prozent.

Eine der bekanntesten Gemeinwohlpflichten der Apotheken, der Notdienst, wird von Eltern häufig genutzt. 39 Prozent der Eltern, deren Kind älter als zwei Jahre ist, haben bundesweit in den letzten zwölf Monaten dieses Notfallangebot genutzt. Nach DAPI-Auswertungen gaben Apotheken in Niedersachsen im Jahr 2018 im Notdienst mehr als 72.000 Fertigarzneimittel zulasten der GKV für Kinder und Jugendliche ab (bundesweit: 850.000 Fertigarzneimittel). Berend Groeneveld: „Wenn das Kind akut krank ist, brauchen Eltern schnell kompetente Hilfe. Notdienst leisten die Apotheken vor Ort flächendeckend rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen.“ Der Apothekennotdienst ist für Eltern eine eigenständige Säule der Gesundheitsversorgung. Von den Eltern, die bundesweit in den letzten zwölf Monaten wegen ihres Kindes keinen Arzt aufgesucht hatten, haben rund ein Drittel eine Notdienstapotheke genutzt.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören über 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

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