Samstag, 9. März 2019

10.00 – 11.30 Uhr

Rezepturarzneimittel im Jahr 2019
Martina Dreeke-Ehrlich
Apothekerin, Hinte

Betrachten wir die Entwicklung und die daraus resultierenden Veränderungen der Arbeit in der Apotheke in den letzten Jahren, kommen wir auch zur »Sinnfrage« im Bereich der Rezeptur.

Wie sinnvoll ist es, sich durch einen Berg von Dokumentationen vor, während und nach der Herstellung eines Rezepturarzneimittels zu wühlen? Wie kann das
individuelle Arzneimittel sicher und wirksam für den Patienten hergestellt werden, wenn nur in 20 Prozent der Verordnungen nach standardisierten und geprüften Vorschriften gearbeitet werden darf? Wie kann diese individuelle Anfertigung eines Arzneimittels wirtschaftlich dargestellt werden?

Führen wir die Reihe der W-Fragen in dieser Art fort, empfinden wir mehr Frust als Lust für die Arbeit in der Rezeptur. Wechseln wir also die Perspektive und deklarieren, dass die Herstellung von Rezepturarzneimitteln immer schon die Kernkompetenz der Apotheke war. Nicht obsolet, sondern modern können die Rezeptare heutzutage das individuelle Arzneimittel für den Patienten bereitstellen. Voraussetzung dafür sind Verordnungen von geprüften Magistralrezepturen, deren Dokumentation überschaubar, deren Qualität gut und deren Preis angemessen ist.

Bildnachweis:
Foto Brunke, Emden