Sonntag, 10. März 2019

09.00 – 10.30 Uhr

Morbus Parkinson und Therapie
Prof. Dr. Martin Südmeyer
Facharzt für Neurologie, Potsdam

Der Behandlungsbeginn beim Morbus Parkinson wird maßgeblich vom Leidensdruck des Patienten bestimmt, wobei aus medizinischer Sicht zeitnah eine effiziente medikamentöse Therapie anzustreben ist. In der Initialphase kann eine Monotherapie mit einem MAO-B-Hemmer und/oder Amantadin erfolgen. Bei nicht ausreichendem symptomatischem Therapieerfolg ist die additive Gabe eines Dopaminagonisten oder von L-Dopa  möglich.

Zum Nebenwirkungsspektrum gehören beispielsweise Impulskontrollstörungen, Beinödeme, Tagesmüdigkeit oder  Halluzinationen. Weiterhin kommt es im Rahmen einer dopaminergen Langzeittherapie bei nahezu allen Parkinsonpatienten zum Auftreten von sogenannten motorischen Wirkungsfluktuationen. Sofern sich diese intensivieren, kann eine tiefe Hirnstimulation oder eine kontinuierliche Applikation von Apomorphin oder  L-Dopa mittels entsprechender Pumpen erwogen werden.

Mit den Präparaten Opicapon (COMT-Hemmer) und Safinamid (kombinierte Hemmung MAO-B und Glutamatausschüttung) sind innerhalb der letzten drei Jahre zwei neue Parkinson-Medikamente für Patienten im späteren Krankheitsstadium zugelassen worden. Neben den motorischen Beschwerden kommt es im Verlauf der Parkinsonerkrankung häufig auch zum Auftreten von nichtmotorischen Beschwerden (zum Beispiel Depression,  Demenz), bei denen ebenfalls eine frühzeitige Identifikation und suffiziente Therapieeinleitung geboten ist.

Bildnachweis: Klinikum Ernst von Bergmann